Drucken | Fenster schließen

Kommunikation muss zur Wertschöpfung beitragen

Das Qualifizierungsprogramm ¡communicate! hilft Managern, wirkungsvoll zu kommunizieren. Dazu gehören Executive Trainings, die Kommunikationsprofis und General Managern Themen aus dem Bereich „Communication and Leadership“ praxisnah vermitteln. Wir haben uns darüber mit Claudia Paul-Helten, Executive Director von ¡communicate!, unterhalten.

komma: Frau Paul-Helten, mit den Executive Trainings greifen Sie Themen im Schnittfeld von Unternehmenskommunikation und strategischer Führung auf. Weshalb sind entsprechende Kompetenzen aus Ihrer Sicht für Manager heute besonders relevant?

Claudia Paul-Helten: Es ist die Grundidee von ¡communicate!, die Themenfelder Kommunikation und Führung miteinander zu verbinden. Für professionelle Unternehmenskommunikation ist Managementwissen erforderlich und erfolgreiche Unternehmensführung ist ohne kommunikative Kompetenzen undenkbar. Je größer die Führungsverantwortung einer Person, desto wichtiger ist ihre Kommunikationsfähigkeit.
Die zunehmende Globalisierung und die sich rasch wandelnde Marktsituation führen dazu, dass sich die Unternehmen in einem ständigen Veränderungsprozess befinden, dieser muss sowohl intern als auch extern gemanagt und kommuniziert werden.
Vor diesem Hintergrund haben die Bertelsmann Stiftung, die Heinz Nixdorf Stiftung und der DaimlerChrysler-Fonds zusammen mit der TU München das Programm ¡communicate! ins Leben gerufen. Die Executive Trainings sind ein Format von ¡communicate!, es handelt sich um zweieinhalbtägige Seminare, die sich an Kommunikationsprofis und General Manager richten und einer jeweils kleinen Teilnehmergruppe verschiedene Themenschwerpunkte rund um das Thema Kommunikation und Führung vermitteln. 

komma: Um welche Themen geht es konkret?

Paul-Helten: Das Programm wechselt jährlich. Wir haben Themenschwerpunkte, die wir mehrfach behandeln, aber wir greifen auch neue Themen auf, wenn wir merken, dass Bedarf besteht. Durch unsere Zugehörigkeit zur Technischen Universität, eine der renommiertesten Universitäten in Deutschland, und mit Hilfe unseres großen Pools an Dozenten aus Wissenschaft und Praxis bekommen wir die neuesten Trends und Forschungsergebnisse zeitnah mit und können so neue Themen aufgreifen.
Im Sommer bieten wir zum Beispiel ein Training zum Thema Innovationskommunikation an: Vom 21. bis zum 24. Juni 2006 werden sich im Schlosshotel Liebenstein bei Stuttgart zahlreiche Referenten aus Wissenschaft und Praxis mit einer qualifizierten Teilnehmergruppe zusammenfinden, um über die Bedeutung von Innovationen für die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen zu diskutieren. Ein entscheidender Faktor für die erfolgreiche Platzierung einer Innovation im Markt ist die richtige Kommunikationsstrategie.
Im Herbst bieten wir vom 8. bis zum 11. November in der Nähe von München ein Executive Training zur Wertschöpfung der Kommunikation an, unter dem Titel „Creating and Communicating Value“. Führungskräfte müssen heute um die Bedeutung der Kommunikation für den Unternehmenswert wissen – und danach handeln.
Ein bewährter Schwerpunkt ist das Thema Veränderungsmanagement. Dies nimmt breiten Raum in unserem Executive MBA-Programm ein, dazu hat im März ein Training stattgefunden. Teilnehmer und Dozenten diskutierten im Schlosshotel Kommende Ramersdorf bei Bonn über die neuesten Erkenntnisse in der Change-Kommunikation. Heutzutage steht jede Organisation vor Veränderungsaufgaben. Um diese zu bewältigen, muss mit den Veränderungsprozessen auch die Kommunikation gestaltet werden.

komma: Kommunikation soll zur Wertschöpfung im Sinne der Unternehmensziele beitragen. Diesen Gedanken stellen Sie in den Mittelpunkt des Trainings „Creating and Communicating Value“. Wie kann Kommunikation den geforderten Beitrag leisten?

Paul-Helten: Der Beitrag der Kommunikation zur Wertschöpfung in Unternehmen und Institutionen ist in den letzten Jahren zu einem der beherrschenden Themen der Kommunikationsbranche geworden. Dies ist auf aktuelle Trends und tiefgreifende Umbrüche in den Unternehmen und ihrem Umfeld zurückzuführen. Die Kommunikation erfährt einen zunehmenden Begründungsdruck, sie muss deshalb an den strategischen Zielen des Unternehmens ausgerichtet werden und einen Return on Investment nachweisen wie andere Unternehmensbereiche auch. Es wird gefordert, dass die Steuerung und Kontrolle der Kommunikation in das Controlling eines Unternehmens eingebaut werden soll, was auch zunehmend geschieht.
Neue Managementsysteme, die unter anderem durch die Globalisierung der Finanzmärkte auch in Deutschland immer mehr vorzufinden sind, stellen die Größen Economic Value Added und Shareholder-Value in den Mittelpunkt und fördern damit den Gedanken des sogenannten Value Based Managements. Hier werden alle wesentlichen Treiber für den Unternehmenserfolg erfasst und verfolgt, somit auch die „weichen“, das heißt auch die kommunikationsbedingten Faktoren. Das Bewusstsein für die Relevanz der „weichen“ Faktoren, der „intangible assets“, für den zukünftigen Geschäftserfolg steigt bei den Unternehmen deutlich, ebenso die Bestrebungen „weiche“ Faktoren an den Finanzmärkten sowie in der Bilanzierung von immateriellen Vermögensgegenständen zu berücksichtigen.
Aus diesen Punkten ergeben sich verschiedene Ansprüche an das Kommunikationsmanagement mit dem Ziel, die Steuerung und Kontrolle der Kommunikation zu professionalisieren.

komma: Ihre Trainings bewegen sich auf einem hohen theoretischen Niveau. Der Erfolg entsprechender Konzepte entscheidet sich jedoch in der Praxis. Haben sich die genannten Ansätze im Tagesgeschäft denn schon bewährt?

Paul-Helten: Unsere Trainings haben nicht nur ein sehr hohes theoretisches Niveau, sondern bieten auch immer praktische Beispiele. Zum Training im Herbst haben wir auch Berater unter den Referenten, die gemeinsam mit Unternehmen verschiedene Modelle umsetzen, um den Wert der Kommunikation zu messen. Sie werden Beispiele bringen, wie die Konzepte umgesetzt werden und welche Ergebnisse erzielt wurden.

komma: Der Praxisbezug macht also den besonderen Charakter Ihrer Trainings aus?

Paul-Helten: Das ist richtig. Wir legen großen Wert auf ein hohes Niveau der Referenten, aber auch der Teilnehmer. Wir möchten viele verschiedene Blickwinkel und Ansätze zusammenbringen, um Diskussionen zu entfachen und neue Ideen zu entwickeln. Dabei spielt der Austausch zwischen den Referenten und den Teilnehmern, die ja selber unterschiedlichste Wissenshintergründe und meist langjährige Berufserfahrungen mitbringen, eine große Rolle.
Ein wichtiges Element unserer Trainings ist die Bearbeitung von Fallstudien. So werden die Inhalte auch für die Teilnehmer umsetzbar. Es ist eine besondere Herausforderung, in zweieinhalb Tagen den theoretischen Rahmen abzustecken und ihn dann mit praktischen Beispielen zu füllen. An ein oder zwei Abenden finden in der Regel „Kamingespräche“ statt, zu denen wir hochkarätige Praktiker aus der Wirtschaft zu einem ungezwungenen Gespräch mit den Teilnehmern einladen.

komma: Insgesamt ein anspruchsvolles Programm – wie werden Sie es auf der bestehenden Basis in den nächsten Jahren weiterentwickeln?

Paul-Helten: Wir greifen ständig neue Themen auf, die aktuell in den Unternehmen, Organisationen und Agenturen diskutiert werden. Die Schnittstelle von Kommunikation und Führung bietet eine große Fülle an Themen, da die Bedeutung dieses Bereichs ständig wächst.
Die bisher angebotenen Programme sind sehr gut angenommen worden und wir freuen uns auf ein großes Alumni-Netzwerk, das aus Teilnehmern der Trainings und auch des Executive MBA besteht. Der Austausch – fachlicher als auch persönlicher Art – macht Spaß und ist eine Bereicherung für das Programm.

komma: Vielen Dank für das Gespräch!